Kufen-Arien bei Mehrkampf-WM

Pechstein_winkt_dpaDo Swidanja Moskau. Foto: picture alliance / dpaMit einem sechsten Platz in der Gesamtwertung, nach insgesamt 10 Kilometer „Eiszeit“, verabschiedete sich Claudia Pechstein von der Mehrkampf-WM aus Moskau. „Eine ordentliche Leistung“ ordnete die Berlinerin ihre Leistung selbst ein. Es sei enorm wichtig gewesen, wieder in den Wettkampf-Rhythmus gekommen zu sein. „Ich habe das auch als Training genutzt.“ Und für die Verhältnisse das Maximale herausholte: Platz 9 (1:59,20) über die weniger geliebten 1500 m, dann Fünfte auf der längsten Strecke in 7:11,08. Die Medaille blieb im Gegensatz zur Budapest-EM außer Reichweite, angesichts der gesundheitlichen Probleme im Vorfeld aber zu erwarten. Und das drei Tage vor ihrem 40. Geburtstag. Die nächsten Ziele, das Weltcup-Finale in der Heimat und die Einzelstrecken-WM rücken jetzt in den Fokus von Claudia Pechstein.

Ireen Wüst gewann ihren dritten Mehrkampf-Titel. Da nutzten Christin Nesbitt als Dritte selbst der Bahnrekord über 1500 m (1:55,95) und Martina Sáblíková (2.) souveräne Streckensiege (3000/5000 m) nichts. Die beste Allrounderin musste dafür jedoch „auch wie um mein Leben“ im vierten Wettkampf bei extrem trockener Luft „laufen“.
Eisschnelllaufen ist ein Sport auf einer 400-m-Bahn – und am Ende gewinnt immer Holland. In Krylatskoe traf dieser abgewandelte Spruch einmal mehr zu. Dreifachsieg für die dominierende Eisschnelllauf-Nation bei den Herren, ein Podest ganz in Orange. Zum fünften Mal setzte sich Sven Kramer (vor Blokhuijsen und Verweij) durch, da passte es, dass eine NL-Kapelle für Stimmung sorgte. Niederländische Kufen-Arien statt Schwanensee. Erstmals mit bei der Musik am Finaltag der Mehrkampf-Entscheidung der Herren: DESG-Solist Patrick Beckert, der durch gute 1500 m (1:49,31) ins Finale über 10.000 m einzog. Ein Thüringer Ausrufezeichen - und nach 13:47,32 Minuten stand am Ende Platz 10 zu Protokoll. Zum ersten Mal in seiner jungen Karriere absolvierte der 22-Jährige damit einen kompletten Vierkampf – und das auf höchstem Niveau.
Verbesserungen gegenüber der Allround-WM 2011 in Calgary - übrigens auch in Sachen Unterbringung…. „Wir hatten im Aqarium-Hotel diesmal Zimmer mit Fenstern“, schmunzelte Teamleader Helge Jasch. Am frühen Montagmorgen geht es heimwärts. Dann müssten selbst die Feierstunden der erfolgstrunkenen Schaatser nach vier von sechs möglichen Medaillen, die mit der Troikafahrt für die Weltmeister begann, abgeklungen sein. Für alle geht es Anfang März weiter. Beim Weltcup im friesischen Kufen-Mekka Heerenveen…

Ergebnisse
Damen
Herren