Stand up for Short Track

Robert_am_BodenDas Herren-Team vollkommen fertig nach der Aufholjagd.
Foto: DESG-Presse
Julia Riedel und Bianca Walter im B-Finale des Weltcup-Ausklangs in Dordrecht – und Robert Seifert Zweiter des C-Laufes. Mit diesen Plätzen konnte Bundestrainer Mike Kooreman an der Maas zufrieden sein. Julia war durch einen Sturz („plötzlich passierte es, das ärgert mich schon maßlos“) über 1500 m um eine durchaus mögliche Platzierung gebracht worden.

Sie wollte „noch zeigen, was in mir steckt, aber eine Rille im schlechter werdenden Eis des „Sportboulevards“ verhinderte Besseres. Und ringsherum tobte der Palast, Orange dominierte, der Sprecher bat die Fans beim 1000-m-Finale der Herren mit drei Landsleuten, sich zu erheben. Stand up for the champions. Nicht ganz. Am Ende verschenkte der schon jubelnde Europameister Sjinkie Knegt den Sieg um Zentimeter. Dumm gelaufen.
Eine gute Lehre aber dennoch auch für die DESG-Skater. „Mike Kooreman macht uns stets darauf aufmerksam, selbst zu entscheiden. Nicht häufiger als nötig den Augen-Kontakt zu ihm an der Bande zu suchen“ berichtet die 23-jährige Dresdnerin Julia Riedel. Auch bei Olympia würde kein Mensch sein eigenes Wort verstehen, die Sportler müssen selbst Augen und Ohren offen halten. „Darauf weist er uns hin.“ Denn Sotschi 2014 ist das große Ziel der deutschen Short Track-Fraktion. Akribisch, konsequent, frühzeitig führt der amerikanische Coach seine Schützlinge an das Highlight heran. Bianca Walter spürte die Anstrengung der vergangenen Wettkämpfe, „jetzt ist einfach der Akku leer.“ Aber für die WM ist sie dennoch guter Dinge.
Die Niederländer sind bereits einen Schritt weiter. Mental unglaublich stark, physisch überzeugend, auf den Wogen der am Samstag prall gefüllten Ränge, vom Licht –und Lärm-Schauspiel „angetörnt“ und nicht beeindruckt, schoben sie ihre Kufenspitzen immer häufiger nach vorne. Manchmal zum Nachteil der bisher dominieren Nationen. Robert Seifert: „Die Show hier ist auch ein Ansatz für Dresden – und genau das Richtige für unsere Sportart.“ Ja, nach Dordrecht wollen sie gerne wiederkommen. Hier wird Short Track ziemlich mustergültig  präsentiert, selbst wenn manche Stars natürlich schon heute Richtung WM (in Shanghai) schielen. Die Hoffnung auf ein WM-Ticket für die deutschen Team-Männer zerstob schon nach wenigen 100 Metern durch einen Sturz – das Quartett kämpfte löwenmäßig um den Anschluss und schaffte fast die Sensation. „Das war Championsskating, aber das Resultat ist leider ein anderes“, musste sich Mike Kooreman mit dem 3. Platz im Halbfinale zufrieden geben. Robert Seifert lag hinterher minutenlang – völlig platt – auf dem Eis. 

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